Die Burg Bucherbach

Geschichtliches

vor 1900

die Anfänge

 
Das heutige köllerbacher
Ortswappen.

1326 findet die Burg Bucherbach zum ersten Mal urkundliche Erwähnung im Erbvertrag der Grafen von Saarbrücken-Commercy und ist darin als "maison dou val de cologne" (Haus im Köllertal) verzeichnet. Ihre Entstehung ist schätzungsweise im 11.Jahrhundert anzusiedeln. Sie sicherte die Herrschaft der Grafen von Saarbrücken im mittleren Köllertal und war gleichzeitig Verwaltungszentrum der hiesigen Besitzungen.

Ihre Erbauung unterteilt sich in mehrere Phasen.

Zunächst handelte es ich dabei um eine so genannte Turmburg, die sowohl zur Verteidigung als auch zum Wohnen genutzt wurde und von einer Mauer und einem Wassergraben umgeben war.
Parallel zur ersten Erwähnung wurde das Bauwerk in den Jahren 1326 und 1334 durch einen zweiten Turm vergrößert, den man mittels einer Ringmauer mit der bestehenden Turmburg verband.

Veränderungen ab 1320

 
Grundriss des Areals.
(Quelle: dickemauern.de)

Der heutige noch zu erkennende quadratische Aufbau der Burg mit einer Seitenlänge von 40 Metern und den runden Ecktürmen geht auf die Grafen Philipp I. und Philipp II. zurück, die aus dem Hause Nassau stammen, einem weitverzweigten deutschen Adelsgeschlecht.

Philipp I. (1381 bis 1429) errichtete ein neues Palasgebäude, ließ die Mauern der Türme auf eine Wandstärke von 3,80 Meter ausweiten und baute in jeden Turm drei Kampfstände ein. In den Obergeschossen der Türme befanden sich die Geschützstände. Alle diese Maßnahmen stellen eine beträchtliche Erweiterung der ursprünglichen Burg dar.

Zusätzlich führte Philipp II. einen weiteren Ausbau der Burg durch, der nicht nur militärischen Zwecken diente, sondern der Burg auch ihren schlossartigen Charakter verlieh. Dabei wurde das Fallgitter entfernt und große, lichtdurchflutete Fenster in die Saalwand am Burggraben eingebaut. Das Obergeschoss des Westturmes wurde zu einem "Sommersaal" mit großen Fenstern und einem offenen Kamin.

Beginnender Zerfall

Auch der Dreißigjährige Krieg, der ganz Europa in Schutt und Asche gelegt hat, ist nicht spurlos an der Burg Bucherbach vorbeigangen: Sie hatte schwere Schäden davonzutragen. 1635 wurde sie von kaiserlichen Truppen erstürmt und 1645 erlitt sie erhebliche Zerstörungen durch einen Brand.

Seitan ist sie nicht wieder aufgebaut worden, sondern wurde als landwirtschaftlicher Hof genutzt. Ab 1709 verpachtete die Herrschaft Hof und Schäferei Bucherbach und setzte Hofleute ein. Die ehemalige Zehntscheune wurde nun zum Zentrum der alten Befestigungsanlage, in der zeitweise der herrschaftliche Jäger wohnte und die evangelische Schule der Köllerbacher Pfarrei untergebracht war.

Als Fürst Wilhelm Heinrich von Saarbrücken 1740 die Anlage zum Abbruch frei gegeben hatte, war der Untergang der Burg besiegelt und die Ruine unterlag fortan einem stetigen Zerfall. Das Palasgebäude und der größte Teil der Wehrmauern wurden niedergelegt, um als Baumaterial zur Errichtung von Häusern und Brücken verwendet zu werden.

Ab 1900

1925 ging das Gelände der Burg Bucherbach in den Besitz der damals noch selbständigen Gemeinde Engelfangen über und diente als Dresch-, Kirmes- und Sportplatz.

Sanierungsmaßnahmen

Erst Anfang der Achtziger Jahre (1983/84) erfuhr die Anlage eine grundlegende Sanierung. Nicht nur der Ostturm wurde auf seinen alten Fundamenten wieder sichtbar gemacht, sondern auch erhaltene Türme und die Wehrmauer saniert und die Fundamente der Gebäude im Burginneren kenntlich gemacht.

Das Burgareal selbst findet heute noch regelmäßig Verwendung für Feste und Veranstaltungen aller Art. Sei es für Burgfeste, Handwerkermärkte, Oldie-Abende oder Weihnachtsmärkte.
Die Burg eignet sich aber auch für schlichte Spaziergänge oder als ruhiger Ort zum Hinsetzen.